Keyboards_MIDI  
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Sampler & Sampling
Grundlagen zur Sampling-Technologie
 

ABC und Einmaleins
Im Zusammenhang mit Sampling und Samplern ist immer wieder die Rede von Bits, Bytes, Megabytes, KiloHertz. Hier ein paar Spielereien mit den Begriffen und Größen, die Ihnen ein wenig mehr Überblick verschaffen sollen. Wer schon mit dem Solarrechner auf Kriegsfuß steht, darf diesen Abschnitt auch gern überspringen.
Ein Bit ist die kleinste denkbare Information - es kann nur 0 oder 1 annehmen. Zur Darstellung größerer Zahlen werden mehrere Bits verknüpft - in der Regel zu einem Byte. Ein Byte enthält 8 Bits und kann damit 2 hoch 8 = 256 verschiedene Werte darstellen. Ein 8-Bit-Sampler der ersten Generation konnte also die gesamte Spannbreite des Eingangspegels in nur 256 Stufen auflösen - kein Wunder, dass die Wiedergabe ?speziell? klang.
Fasst man zwei Bytes zusammen, ergeben sich 16 Bits oder ein "Word". Ein solches Word kann schon 65.536 verschiedene Werte darstellen - so fein, dass keine Rasterung im Sample mehr hörbar ist. Ein solches Word aus 16 Bit ist genau ein Sample oder Sample-Wort.

Bei einer Sampling-Rate von 44.1 kHz wird vierundvierzigtausendeinhundert Mal pro Sekunde ein solches Wort erzeugt. Man kann sich hier leicht vertun: Da ein einziges Sample-Wort 16 Bit umfasst, braucht es zwei Bytes.
44.100 mal 16 Bit sind 88.200 Bytes. Also 88.2 Kilobytes - sollte man meinen - aber auch hier liegt man falsch.
Im binären Zahlensystem (auf Basis 2) ergeben nicht 1000 Bytes ein Kilobytes, sondern 2 hoch 10 = 1024 Bytes.
88.200 Bytes sind also lediglich rund 86 kB. Und genau das ist der Speicheraufwand für ein 16-Bit-Monosample bei 44.1 kHz, ein Stereosample braucht genau das Doppelte.
Dasselbe Spielchen ergibt sich bei der Umrechnung von Kilobytes in Megabytes, auch hier sind 1024 kB = 1 MB.

Mit diesen Begriffen lassen sich relativ einfach Größen wie Speicherbedarf pro Zeit oder maximale Sample-Länge bei gegebener Speicherkapazität ausrechnen.
Beispiel: Sie möchten sich einen Sampler zulegen, mit dem Sie auch mal einen 3-Minuten-Titel in Stereo schneiden können. Gehen wir davon aus, dass man auch mal Zwischenergebnisse ablegen können muss, sollte der Sampler schon gute 5 Minuten in Stereo bei bester Qualität fassen können.

Eine Sekunde Mono bei 16 Bit und 44.1 kHz verbraucht 86.1 kByte Speicherplatz.
5 Minuten = 300 Sekunden verbrauchen demgemäß 25839,8 kB. Für das Stereosampling müssen wir die doppelte Menge rechnen, ergibt rund 51679,7 kB.
Das dividiert durch 1024 ergibt die erforderliche MB-Zahl, und die ist rund 50,5. Mit 64 MB RAM-Speicherplatz kommt man also gut aus, allerdings liegt hier auch schon die Ausbaugrenze der meisten Sampler.

Ein anderes Beispiel: Sie möchten ungefähr ausrechnen, wie viel Speicherplatz ein Moogbass, den Sie sampeln möchten, verbrauchen wird. Sie möchten vier Oktaven á vier Samples erstellen, von denen jedes vier Sekunden lang ist. Monosampling reicht hier aus.
4 [Okaven] x 4 = 16 [Samples] x 4 Sekunden sind 64 Sekunden Speicherbedarf.
Die mit 86,1 kB multipliziert ergibt 5512,5 kB, das wiederum sind rund 5,4 MB. Schon Luxus für einen einzigen Sound - aber ein Moogbass rechtfertigt das.
Aus diesen Rechnungen lässt sich leicht erkennen, dass bei den deutlich gestiegenen Ansprüchen an Soundqualität, Bit-Auflösung und Wiedergabequalität auch der RAM nicht zu knapp gehalten werden sollte. Grenzte ein Ausbau von 2 MB für die ersten 8-Bit-Sampler noch an pure Verschwendungssucht, so sind 32 MB heutzutage nur noch die Untergrenze für professionelles Arbeiten.