Keyboards_MIDI  
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Sampler & Sampling
Grundlagen zur Sampling-Technologie
 

Am Anfang war der Urknall...
Die Geschichte des Samplers beginnt eigentlich schon mit dem Mellotron. Jede Taste des Mellotrons war mit einer Kombination aus Bandschleife und Tonkopf verbunden. So konnte man zuvor aufgenommene Chöre, Streicher oder Flöten auf einem Keyboard spielen - für heutige Verhältnisse eher interessant als brauchbar - damals jedoch eine kleine Revolution.


Kaum vorstellbar, dass diese Truhe der Urahn des Samplers gewesen sein soll

Die nächste kleine Revolution kam dann in Form des Emulator 1, des ersten kommerziellen und mit DM 30.000 fast erschwinglichen Samplers. Im Gegensatz zum Mellotron war hier die Aufnahme bereits digital. Außerdem konnte der Emulator die Aufnahmen nicht nur abspielen, sondern auch transponieren, indem sie einfach schneller oder langsamer wiedergegeben wurden. Die Schleife war im Emulator möglich - hier hieß sie dann schon Loop - aber nicht zwingend. Zudem ließ sich jederzeit neues Material einfach aufnehmen - beim Mellotron musste man dazu einen ganzen Bandrahmen wechseln - und jederzeit auf Disketten sichern, ein großer Schritt in Richtung klanglicher Kreativität.



Der erste, einigermaßen erschwingliche Sampler: Emulator I von E-mu Systems

Im Jahre 1984 begann dann mit dem Ensoniq Mirage und dem Akai S-612 der Einzug des Samplers in die Welt unterhalb der oberen 10.000, und von da an ging es Schlag auf Schlag. Alle weiteren Sampler bis heute sind Weiterentwicklungen des Emulator-Prinzips und erreicht in allen bzw. übertrifft in vielen wesentlichen Bereichen die Ansprüche der Benutzer. Die Grenzen werden heute weniger durch das Gerät gesetzt als durch das Ausgangsmaterial und die Fähigkeiten der Sound Designer.

Die Wiedergabequalität der Samples - damals noch als "gesampelt" wahrnehmbar - ist heute über das menschliche Ohr völlig erhaben. Die Authentizität ist durch Speicherkapazitäten von über 100 MB und damit bis zu einer halben Stunde Gesamtlänge, aufteilbar auf nahezu unbegrenzt viele Samples - ebenfalls keine technische Frage mehr. Durch komplexe Klangformungen mit Filtern, Hüllkurven und allen denkbaren Synthesizerbausteinen, plus beliebiger Echtzeitsteuerung durch MIDI-Controller, sind auch die Möglichkeiten für Ausdruck, Dynamik und Modulation der Klänge an der Grenze dessen angelangt, was der User noch beherrschen kann. Was nicht heißen soll, dass die Entwicklung nicht weitergeht - eigentlich steckt das Sampling sogar noch in den Kinderschuhen. Trotzdem: Konnte früher schon ein Kleinkind ein Sample vom Originalsound unterscheiden, weil das Sample eben künstlich, starr und digital klang, so wird sich heute eine Weiterentwicklung der Sampling-Technologie auf das hörbare Ergebnis nicht mehr auswirken. Eigentlich eine ideale Ausgangssituation für potentielle Anwender, zumal ein großer Sampler heute keine Frage des Budgets mehr ist: Selbst die besten Sampler rangieren preislich im Bereich normaler Synthesizer.
Wo wird Sampling eingesetzt?
Funktion des Samplers
so funktioniert Sampling Sampler History